Oldenburger Masterstudentin erhält Wübben Foundation Student Grant
Sophia Haake, Masterstudentin im englischsprachigen Research Master „Neurocognitive Psychology“ an der Universität Oldenburg erhält ein einjähriges Stipendium der Wübben Stiftung Wissenschaft.
Mit den Wübben Foundation Student Grants fördert die Stiftung herausragende Studierende im Bachelor oder Master, die von Sprecherinnen und Sprechern der Exzellenzcluster nominiert wurden. Mithilfe der Förderung sollen sich die Stipendiatinnen und Stipendiaten in der Abschlussphase des Studiums auf ihre wissenschaftliche Arbeit konzentrieren können.
Ab Oktober 2025 erhält Sophia Haake für ein Jahr monatlich 1.000 Euro sowie Austausch und Vernetzungsmöglichkeiten über das Student Grantees Meeting. Im Interview erläutert sie ihren Werdegang, Chancen des Stipendiums und mögliche Zukunftsperspektiven.
Frau Haake, herzlichen Glückwunsch zum Wübben Foundation Student Grant! Bitte stellen Sie sich kurz vor. Wie führte Ihr Weg zum Research Master „Neurocognitive Psychology“ und was sind Ihre Studienschwerpunkte?
Moin! Ich habe in Bremen, ebenfalls englischsprachig, meinen Bachelor in Psychologie studiert und dort sehr früh Gefallen an den Neurowissenschaften gefunden. Darin habe ich auch meine Bachelorarbeit, die sich mit Cochlea-Implantat (CI)-Patienten befasste, geschrieben und bin daher für meinen Master hier nach Oldenburg gekommen.Hier forsche ich nun im Bereich Hörforschung weiter; im Moment an einem Projekt zur Verbesserung von Hörtests bei z.B. ganz jungen Kindern mithilfe von EEG, und in meiner Masterarbeit auch zum Thema Tinnitus, wie man damit umgehen kann, um möglichst wenig Einschränkungen zu erfahren.
Ursprünglich bin ich wohl durch familiäre Prägung zur Hörforschung gekommen; ich habe zwei beidseitig ertaubte Eltern mit Cochlea Implantaten, und habe dadurch die Entwicklung dessen ganz gut mitbekommen und Erfahrung gesammelt, die mich einerseits ein bisschen in diese Richtung gestupst hat, aber auch in meiner jetzigen Arbeit ganz nützlich ist.
Welchen Bezug haben Sie zum Exzellenzcluster Hearing4all? Was reizt Sie an der Hörforschung?
In das Exzellenzcluster bin ich ursprünglich durch meinen HiWi-Job reingerutscht… Ich wusste zwar, dass es dieses gibt, jedoch habe ich erste Berührungspunkte durch meine Arbeit in einer Hörstudie am MRT in Oldenburg-Wechloy bekommen und über die Zeit wurde die Hörforschung immer spannender.
Mich reizt die Vielfalt an Erfahrungen, die ich in der Hörforschung bekomme, besonders. Und gleichzeitig kann ich für andere Menschen etwas so Persönliches wie das Hören direkt zum Positiven beeinflussen. Ich erinnere mich an den Moment, als meine Mutter das erste Mal Vögel im Garten gehört hat. Einen solchen Moment hat man natürlich selten, aber ich arbeite eigentlich immer mit sehr motivierten und hilfsbereiten Menschen an etwas Positivem für meine Mitmenschen; für mich ist das motivierend.
Wie kam es zur Nominierung für den Wübben Foundation Student Grant und welche Möglichkeiten eröffnet Ihnen das Stipendium?
Ich war durch meinen HiWi-Job schon relativ früh im Studium in die Arbeit des Exzellenzclusters eingebunden, und hatte dort mit einigen über meine Forschungsinteressen gesprochen. Darüber hinaus hatten mich die Vorlesungsteile mit Hörforschungsbezug besonders interessiert, weswegen ich manchmal ein bisschen nachgefragt habe, um mehr zu erfahren. Das hat sich dann wohl beim Kollegium rumgesprochen und ich wurde gefragt, ob man mich bei der Wübben-Stiftung als Stipendiatin vorstellen könne.
Ich bin gerade in Utrecht für ein Forschungspraktikum mit CI-Patienten, welches mir dieses Stipendium ermöglicht hat, da wir mit der dortigen Uni zurzeit keine ERASMUS-Partnerschaft haben. Darüber hinaus bekomme ich die Möglichkeit mich interdisziplinär zu vernetzen mich mit früheren Stipendiat:Innen auszutauschen.
Haben Sie schon Pläne, wie es nach der Masterarbeit weitergeht?
Ich möchte dann promovieren und als Wissenschaftlerin weiter in der Hörforschung bleiben. Ich glaube für fast alle in der Wissenschaft ist das große Ziel am Ende die Professur, die ich auch anstrebe. Bis dahin möchte ich aber gerne nochmal ins Ausland, vielleicht im Rahmen meiner Promotion oder als Post-Doc.
Mit meiner wissenschaftlichen Tätigkeit möchte ich das Leben von hörgeschädigten Menschen verbessern, also werde ich wohl in der Hörforschung bleiben, aber man weiß natürlich nie zu 100%, wo man am Ende landet. Ich forsche zurzeit einerseits zum Thema Tinnitus, v.a. im (f)MRI*, aber auch mit CI-Patienten. Am liebsten würde ich beides weiter machen, das ist beides zugleich etwas schwierig. Aber daran arbeite ich noch, vielleicht ergibt sich ja etwas.
* (funktionelle) Magnetresonanztomographie
Foto: S. Haake








