Von Indonesien nach Hannover – Dr. Brilliants Weg in die Spitzen-Hörforschung
Dr. Brilliant ist Ingenieur und Neurowissenschaftler. Der Indonesier arbeitet als Postdoc am Labor für auditive Neurowissenschaften von Prof. Dr. Andrej Kral an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). In diesem Kurzinterview spricht er über seinen Weg nach Deutschland sowie über seine Arbeit im Exzellenzcluster Hearing4all.connects.
Was hat Sie nach Hannover geführt?
Meine Eltern kommen eher aus einem unternehmerischen als einem akademischen Umfeld, so wie es für viele Familien in Indonesien gilt. Dennoch glauben sie an den Wert einer akademischen internationalen Ausbildung und bemühten sich, ihre Kinder ins Ausland zu schicken. Deshalb konnte ich ein Jahr meiner Oberstufenzeit in den USA verbringen. Im Anschluss entschieden wir uns aufgrund seines hervorragenden Rufs in Forschung und Lehre sowie der erschwinglichen Lebenshaltungskosten und Studiengebühren dafür, dass es für mich das Beste wäre, in Deutschland zu studieren. Ich schrieb mich daraufhin am Studienkolleg Jakarta ein. Zunächst hatte ich überlegt, Kunst zu studieren. Schließlich entschied ich mich jedoch für ein Ingenieurstudium – inspiriert von meinem Vater, der früher als Elektriker gearbeitet hat. Da das Studienkolleg Jakarta mit der Leibniz Universität Hannover zusammenarbeitet, ging ich nach Hannover, wo ich im Bachelorstudiengang Mechatronik studierte.
Was macht die Forschung im Exzellenzcluster Hearing4all.connects so besonders?
Während meines Bachelorstudiums entwickelte ich ein Interesse an biologischen und medizinischen Themen. Deshalb setzte ich mein Studium im Fach Biomedizintechnik fort, um meinen Masterabschluss zu erwerben – ebenfalls an der Leibniz Universität Hannover. Für meine Promotion wechselte ich dann an die Medizinische Hochschule Hannover, genauer gesagt in die Arbeitsgruppe von Andrej Kral, und habe mich auf auditorische Neurowissenschaften spezialisiert. So wurde ich auch Teil des Exzellenzclusters Hearing4all.connects, wo mein Forschungsschwerpunkt auf den elektrophysiologischen Prozessen vom menschlichen Ohr bis zum Gehirn liegt. Die Arbeit im Cluster ist aus zwei Gründen bemerkenswert: Erstens bietet sie ein hochgradig interdisziplinäres Forschungsumfeld, und zweitens konzentriert sie sich auf ein großes gesellschaftliches Problem, das oft unterschätzt wird, nämlich den Hörverlust.
Was sind Ihre persönlichen Ziele für die Zukunft?
Ich würde sehr gerne solange in der Wissenschaft bleiben, wie es möglich ist. Unabhängig davon, wo ich arbeiten werde, ist es für mich am wichtigsten, weiter lernen zu können und neugierig zu bleiben. Ich glaube, dass gute Forschung nicht darin besteht, alle perfekten Antworten zu haben, sondern darin, neue Fragen und Probleme aufzuwerfen, denen man in Zukunft nachgehen kann. Und deshalb bin ich sehr dankbar, dass Deutschland, die MHH und der Cluster mir genau das ermöglichen.
Interview: Henning Kulbarsch








