RA 5: Vom Hören zum Verstehen für soziale Teilhabe
Dieser Forschungsbereich zielt darauf ab, das Hören und den Hörverlust in realen Situationen anhand von drei Aspekten besser zu verstehen: die Auswirkungen des Hörens und Verstehens in natürlicheren Hörsituationen, die Auswirkungen der Mehrsprachigkeit auf das Hören und die Auswirkungen des Hörverlusts auf die soziale Interaktion. Der Übergang von der Untersuchung des Hörens zum Sprachverständnis ist entscheidend für bessere, ökologisch valide Hörtests und individuell angepasste Hörgeräte. Um eine größere ökologische Validität zu erreichen, übertragen wir unsere experimentellen Ansätze in realistische Szenarien und und beziehen vielfältigere Bevölkerungsgruppen ein. Dieser realitätsnahe Ansatz trägt auch einer sich wandelnden Gesellschaft Rechnung, in der Migration die Mehrsprachigkeit und die Zahl der Nicht-Muttersprachler erhöht. Es ist von entscheidender Bedeutung, die Auswirkungen sprachspezifischer Merkmale auf das Hören und Verstehen sowie die Auswirkungen des Hörens in einer Fremdsprache zu verstehen. Darüber hinaus ist die Integration von Kindern und Erwachsenen mit Hörverlust in Regelschulen und Arbeitsplätze seit langem eine komplexe Herausforderung. Daher ist es unerlässlich, die Auswirkungen von Hörverlust auf die soziale Interaktion, eine Voraussetzung für die Teilhabe, zu untersuchen. Wir intensivieren unsere Verbindungen zu den Geisteswissenschaften und und stärken unseren psycholinguistischen Ansatz, um dies zu erreichen. Diese Fortschritte stehen in engem Zusammenhang mit unseren technischen Lösungen, wie beispielsweise der automatischen Spracherkennung. Dieser Ansatz wird nicht nur die Zuhörer besser mit ihrem sozialen Umfeld verbinden, sondern auch die Hördiagnostik und Interventionen für reale Kommunikationssituationen für eine vielfältige Gruppe von Zuhörern verbessern.


Prof. Dr. Esther Ruigendijk
Psycholinguistik










