RA 1: Genotypische und phänotypische Messungen für ein generalisiertes audiotorisches Profil
Hörverlust ist weltweit verbreitet und unterscheidet sich deutlich zwischen einzelnen Personen und im Laufe ihres Lebens. Das primäre Ziel dieses Forschungsbereichs ist es, dieser Vielfalt mit einem neuartigen Ansatz zu begegnen, der eine umfassende Genotypisierung mit einer umfassenden Phänotypisierung verbindet, um die Charakterisierung von Hörverlust voranzutreiben und dessen Ätiologie aufzuklären. Um dies zu erreichen, arbeiten wir an einem wissensbasierten allgemeinen auditorischen Profil, das auf umfassenden phänotypischen audiologischen und gezielten molekularen Daten aufbaut. Ein Schwerpunkt liegt auf der Schaffung einer völlig neuen molekularen Forschungspipeline, die „humanisierte” Fruchtfliegenmodelle mit menschlichen Krankheitsgenen für die molekulare Interaktionsanalyse mit hohem Durchsatz verwendet. Diese Modelle ermöglichen es, ursächliche Faktoren für menschlichen Hörverlust und Begleiterkrankungen zu erkennen sowie neue Biomarker für diagnostische, prädiktive und (gen-)therapeutische Zwecke zu entwickeln. Die Integration von Daten aus verschiedenen Bereichen – darunter molekulare, physiologische, psychophysische und kognitive Bewertungen – in das allgemeine Hörprofil wird eine umfassende Charakterisierung verschiedener Arten von Hörverlust und deren Verlauf im Laufe des Lebens ermöglichen. Dies wird nicht nur dazu beitragen, entscheidende klinische Wendepunkte zu identifizieren, sondern auch einen nahtlosen Übergang zwischen Behandlungsoptionen und Geräten ermöglichen. Durch die Zuordnung individueller Längsschnittdaten von Patienten zu Expertenwissen, Hörmodellen sowie kognitiven und gesundheitlichen Faktoren und die Verknüpfung dieser Daten mit molekularen Profilen werden wir die Vision einer prädiktiven Audiologie verwirklichen, die die vergangene und gegenwärtige Hörleistung berücksichtigt und zukünftige Ergebnisse vorhersagt.


Prof. Dr. Volker Hohmann
Auditorische Signalverarbeitung










